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(EN LANGUE ALLEMANDE)
RECUEIL / GLANES / EPISODES / BRIBES D'HISTOIRE
Hauck, Albert
Kirchengeschichte Deutschlands. Erster Teil
Leipzig, J.C. Hinrichs'sche Buchhandlung, 1914, S. 288-289.
...
In den späteren Jahren des Eustasius weiss Jonas nur von Förderung durch die frän-
kischen Bischöfe zu berichten. Eustasius starb am 2. April 629; sein Nachfolger
wurde Waldebert, ein Franke; unter seiner vierzigjährigen Leitung scheint Luxeuil
den Höhepunkt seiner Blüte erreicht zu haben. Die Zahl der Mönche nahm so zu,
dass von Luxeuil aus neue Klöster gestiftet wurden: zu ihnen gehört Granfelden im
Münstertal, Diözese Basel. Der Führer der neuen Kolonie war einer der wenigen
noch überlebenden Gefährten Columbas, Namens Fridoald. Wie es scheint, entstanden
in der gleichen Zeit die naheliegenden Klöster S. Ursitz am Doubs und Pfermund im
Delsbergtal. An die Spitze der drei Klöster stellte Waldebert den Mönch Germanus,
der einer vornehmen Familie aus Trier entstammte. (1)
(1) Vit. German. Grandival. 8 ff. A. S. Mab. II c. 10
doch ist hier nicht von der Gründung der beiden Zellen die Rede, sondern sie werden als bestehend
erwähnt. Die Gründung von Ursitz nimmt die jüngere Vit. Wandregisili c. 7 A. S. Mab. II S. 514
(vgl. über sie Levison N.A. XXV S. 605 f.) für diesen Heiligen in Anspruch; mit welchem Rechte,
mag dahingestellt bleiben. In dem Diplom Karlmanns sind die cella Verteme in honorem s. Pauli
constructa und die ecclesia S. Ursicini erwähnt als Granfelden unterworfen.
Quiquerez, A. Dr.
Die Mahlzeiten der Domherren
in: Vom Jura zum Schwarwald
S. 234-237
...
Diese kanonialen Essen waren aber nicht das einzige Privilegium der Dom- und Chor-
herren von Basel und Strassburg. Ihre Amtsbrüder von Moutier-Grandval und St. Ur-
sanne hatten auch ihre Festzeit, woran man noch einige Anhaltspunkte in ihren Ar-
chiven findet.
Der Propst von Grandval, wie diejenigen von Basel und Strassburg werden gehalten,
jedem Domherrn am Ostertage im Chore der Kirche zwei Flaschen Wein und zwei Ku-
chen (Chavons) ausleihen zu lassen, während die Kapitularen einen Kantus auf die
Auferstehung anstimmten. Das Kapitel von St. Ursanne hatte in seinem Vermögen
bedeutende Verlusste erlitten, indem der Bischof von Basel ihm und Grandval eine
Prärogative nach der andern entzog, sodass sie die hohe Gerechtigkeit in ihrem
Gebiete nicht mehr ausübten. Ueber die Geräthschaften, die zu diesen Zwecken
dienten, wuchs Moos im Hofe des Klosters. Man bewilligte den Herren nur noch
ihre umfangreichen Waldungen und das Recht, in ihnen jagen zu dürfen und zu
fischen im Doubs, der unter ihren Mauern vorbeistoss.
Trotz diesen Verkürzungen und Benachtheiligungen von Seiten des Bischofs galt eine
Präbende von St. Ursanne nohc so viel, dass mancher Familienvater sich für seinen
Jüngsten um sie bewarb. Man hatte die beste Küche, man war Jäger und Fischer zu-
gleich; man war sein eigener Küfer und die fünf Mahlzeiten per Tag waren auch
nicht zu verachten. Man frühstückte um 8 Uhr, man speiste zu Mittag von 11 bis 1
Uhr, man nahm das Bessperbrod um 4 Uhr, ass zu Nacht zwischen 7 Uhr und 9 Uhr und
den Nachttrunk nahm man um 10 Uhr. Es war diese Glühwein und leichtes Backwerk,
um den Schlaf nicht zu stören und um den andern Tag wieder beginnen zu können.
Das hiess man leben um zu essen.
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